Presse 2017

Freundeskreis zu Besuch

Landshuter Partnerstadtverein war in Hermannstadt


„In der Welt zu Hause, in Siebenbürgen daheim“: Unter diesem Motto fand in der Landshuter Partnerstadt Sibiu/Hermannstadt das „Große Sachsentreffen 2017“ statt, an dem der Vorstand des Freundeskreises Landshut-Sibiu/Hermannstadt mit Vereinsmitgliedern teilnahm.


Anlässlich der von circa 15.000 Gästen aus aller Welt besuchten Veranstaltung wurden intensive Gespräche mit Staatspräsident Klaus Iohannis und seiner Gattin Carmen sowie der Oberbürgermeisterin der Partnerstadt, Astrid Fodor, geführt.


Zudem beteiligte sich der Freundeskreis an der Buchpräsentation der Neuerscheinung „Hermannstadt – Fakten, Bilder und Worte“ und es gab bei vielen Treffen mit Vertretern der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt oder dem dortigen Freundeskreis der Städtepartnerschaft Möglichkeit zu Planungen für kommende Aktivitäten.


























Musikalischer Besuch in der Partnerstadt - 09. Mai 2017


Europachor Landshut hab zwei Konzerte in Hermannstadt- Kontakte wurden gepflegt


Kürzlich besuchte der Europachor Landshut die Partnerstadt Sibiu. Chorleiter Heinrich Wannisch und sein runiänischer Kollege Professor Florin Soare als Leiter des Kammerchor Caedonia hatten ansprechende Programme für ein geistliches Konzert in der StadtPfarrkirche und ein weltliches im Thalia-Saal der Staatsphilharmonie Hermannstadt ausgearbeitet. Die gut besuchten, musikalisch sehr erfolgreichen Konzerte und das interessante Reiseprogramm - auch mit Unterstützung des Partnerschaftsvereins Landshut-Sibiu trösteten über die ungünstigen Wetterverhältnisse hinweg. Ein Empfang bei Bürgermeisterin Astrid-Cora Fodor krönte die Reise.


Bis ins zwölfte Jahrhundert zurück reicht die deutsche Besiedlungsgeschichte in den fruchtbaren Niederungen des südlichen Karpatenbogens. Es entstanden die landestypischen Kirchenburgen, die als Wehranlagen Zufluchtsmöglichkeiten für jede Familie boten. Beispiele wurden in Heltau, Michelsberg, Schäßburg und Bierthälm besichtigt. Bei den Führungen gaben ortsansässige Bewohner einen Einblick in die Zeiten prosperierenden Dorflebens und eines bescheidenen Wohlstandes aus den fruchtbaren Böden und einer soliden Handwerkskunst. Den Aspekt der ständigen Abwehrbereitschaft führte auch die gewaltige Burganlage von Fogaras aus dem 14. Jahrhundert vor Augen. Heute beherbergt die Anlage ein Museum, das politische Gliederung, Trachten, Kunstobjekte und Handwerkskunst aller Epochen veranschaulicht.


In den Ausführungen der Reiseleiter Radu Zaharie und Elke Dengel wurde deutlich, dass nach den Umbrüchen des Zweiten Weltkriegs und in der Ära Ceausescu die alten Strukturen zerschlagen und ein schmerzhafter Exodus eingeleitet wurde. Die Dorfgemeinschaften bluteten aus, an einigen Orten dienen die Kirchenburgen noch als Sammelpunkte für nicht mehr genutzte bäuerliche und sakrale Kulturobjekte wie Kirchenorgeln, Bilder, Schriften, Handwerkzeuge. Bei den Fahrten über Land zeugen große Brachflächen und stählerne Stallgerippe noch von der zwischenzeitlichen Kolchosewirtschaft und triste Fabrikruinen vom gescheiterten Versuch einer Industrialisierung des Bauernlandes. Begleitend fanden auch grundlegende soziologische Wandlungen statt. Der Bevölkerungsanteil der Siebenbürger Sachsen sank auf ein Prozent.


Die augenfälligsten Zeichen des Erwachens und Erstarkens waren beispielhaft bei einer Stadtführung durch Sibiu zu bestaunen. Der „große Ring" als zentraler Platz ist gesäumt von repräsentativen Geschäfts- und Patrizierhäusem aus verschiedenen Bauepochen mit kunstvoll restaurierten Fassaden.

Geschäfte, Verkaufs- und Imbissbuden zeugen von einem modernen Lebenspuls. Dort befindet sich die katholische Pfarrkirche, in der am ersten Abend das gemeinsame Konzert von Europachor und Kammerchor Caedonia stattfand.


Gleich neben der Kirche dominiert das Gebäude des Bürgermeisteramts den Platz, in dem Bürgermeisterin Astrid-Cora Fodor sich Zeit für einen Empfang der Reisegruppe nahm. Mit Stolz berichtete sie von der stabilen Wirtschaftslage mit Vollbeschäftigung in der Stadt, hohe Zuwanderungszahlen und der daraus sich abzeichnende Knappheit von bezahlbarem Wohnraum. Ebenso sprach sie über den touristisehen Aufschwung, den Sibiu in den vergangenen Jahren genommen habe, insbesondere seit der Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas 2007. Mit Freude nahm Fodor eine Grußbotschaft des Landshuter Oberbürgermeisters Alexander Putz entgegen, die vom Präsidenten des Europachores, Dr. Richard Daffner, übergeben wurde. Großes Lob fand sie für die Aktivitäten des Partnerschaftsvereins Landshut-Sibiu, der sehr erfolgreich Begegnung und Austausch pflege. In diesem Sinne bedankte sie sich bei den beiden Chorleitern Florin Soare und Heinrich Wannisch.


Das zweite Konzert fand am 21. April im Thalia-Saal der StaatsPhilharmonie statt. Dort leitete der

Kammerchor Caedonia das Programm ein mit südländischen kammermusikalischen Chorsätzen. Es wurde abgelöst von einem stilistisch weiten Bogen von Oper über Musical bis zum Spiritual, den der Europachor spannte. Zum Abschluss fanden sich die beiden Chöre zusammen für den Gefangenchor aus der Oper „Nabucco" von Verdi und einen modernen Begegnungsjodler von L. Maierhofer. Besonderen Applaus gab es für die virtuosen Klavierbegleiter Klaus Brödl und Emese Kaiman und den Solisten Thomas Eberi. So leitete das Konzert nahtlos über zu einem Begegnungsabend. In wohliger KellerathmoSphäre waren Sprachbarrieren bald nebensächlich und der ganze Abend wurde ein harmonisches, lustiges Musikantenfest.


Wie zur Bestätigung strahlte am Abreisetag noch die Sonne und gab vom Flughafen aus den Blick frei auf die schneeglänzenden Gipfel der Karpaten. Per Abstimmung wurde als Ziel für die Chorreise 2018 ein Besuch der deutschen Hansestädte an der Ostseeküste ausgewählt.


Landshuter Zeitung

09. Mai 2017



Singfreude im Gepäck - 28. April 2017


Erste Rumänien-Reise des Europachors Landshut


Unter dem Motto „Wir singen gemeinsam" stand das achte Chortreffen, das vom 18. bis 21. April d. J. im Rahmen des gleichnamigen Projektes stattgefunden hat. Wie Chorleiter Florin Soare bei der Begegnung mit Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor am Freitag sagte, habe der Hermannstädter Caedonia-Kammerchor das Projekt 2009 in Zusammenarbeit mit dem von der gebürtigen Hermannstädter Musikerin Margarete Csibi geb. Chrestel geleiteten Chor der Musikschule aus Landshut, Hermannstadts Partnerstadt, gestartet.



Diesmal fand das Treffen mit dem Europachor Landshut, einem von Heinrich Wannisch dirigierten Männerchor statt. Der Namen des Chores, so Wannisch, sei „Programm, denn singfreudige Menschen gibt es überall und Musik verbindet die Menschen über alle Grenzen hinweg." So stand die erste Rumänien-Reise des Chores unter dem Zeichen der Städtepartnerschaft, Doris und Klaus Wegmann vom Landshuter Partnerschaftsverein standen mit Rat und Tat zur Seite. Im Gepäck hatten die Gäste auch einen Brief von Oberbürgermeister Alexander Putz, den der amtierende Chorpräsident, Richard A.Daffner, Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor überreichte. Bürgermeisterin Fodor empfang die Gäste am Freitagvormittag im Sitzungssaal des Rathauses im dritten Stock und beglückwünschte sie und ihre Gastgeber für dieses gemeinsame Projekt, das die Städtepartnerschaft mit Leben erfülle. Mit einem Ständchen bedankte sich der Europachor Landshut.


Überhaupt brachten die Landshuter Freude am Singen mit. Knapp sechs Stunden nach ihrer Ankunft in Hermannstadt begeisterten sie am Dienstag der Vorwoche schon die zahlreichen Zuhörer in der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche mit geistlichen Liedern und Gospels. Der Caedonia-Chor brach- te auch einige geistliche Lieder zu Gehör.


Mittwoch, Donnerstag und Freitag besuchten die Gäste in Begleitung der versierten Reiseleiter Elke Dengel und Radu Zaharie Schäßburg, Birthälm, Fogarasch, Freck und Michelsberg, um nur einige Orte zu nennen. Das gemeinsame Sin- gen tröstete sie dabei über das eher winterliche Wetter hinweg. Sie sangen in der Schäßburger Klosterkirche, in der Birthälmer Kirchenburg, aber natürlich auch bei einer Weinkostprobe an der Kleinen Kokel.


Beide Chorleiter hatten ihre helle Freude beim Dirigieren beider Chöre zum Abschluss des gemeinsamen Konzertes am Freitag im Thaliasaal. Vor allem Florin Soare (Caedonia-Chor) schwärmte noch Tage darauf davon, wie gut Frauen- und Männerstimmen zusammen geklungen hätten: „Es war ein Traum!" Das Publikum belohnte die Sängerinnen und Sänger mit reichlichem Applaus und durfte als Zugabe den „Begegnungsjodler/MeetingYodler" von Lorenz Maierhofer noch einmal genießen.


Eins steht fest: 2018 feiert der Hermannstädter Caedonia-Kammerchor sein 50. Jubiläum und der Europachor Landshut ist dazu eingeladen...



Beatrice UNGAR


Hermannstädter Zeitung

Nr. 2527 / 28. April 2017




Ein außerordentlicher Kunstgenuss - 25. Januar 2017


Der rumänische Pianist Octavian Renea spielte im Salzstadel



Octavian Renea hatte ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.



Seit knapp 15 Jahren gibt es nun schon den Freundeskreis Landshut-Sibiu/Hermannstadt, der im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Hermannstadt 2002 gegründet wurde. Gemeinsam mit dem Partnerverein in Sibiu/Hermannstadt hat er viele städtepartnerschaftliche Aktivitäten entwickelt, unterstützt, begleitet und auch Veranstaltungen zur Förderung einer lebendigen Partnerschaft organisiert. Mit der ersten Veranstaltung in diesem Jahr beschenkte der Freundeskreis vor allem Liebhaber klassischer Musik. Die Vorsitzende Dorith Wegmann hatte den rumänischen Pianisten Octavian Renea nach Landshut eingeladen.


Octavian Renea hatte ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Zu hören waren am Freitag im Salzstadel Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (Fantasie KV 397 in d-Moll), Ludwig van Beethoven (Sonate Op. 2 Nr. 3 in C-Dur), Carl Filtsch (Das Lebewohl von Venedig Op. Nr. 3 in c-Moll), Johannes Brahms (drei Intermezzi Op. 117) und Frédéric Chopin (Ballade Nr. 1, Op. 23 in g-Moll).


Renea ist Absolvent des Richard-Strauss-Konservatoriums in München und erfolgreicher Teilnehmer mehrerer Klavierwettbewerbe und unterrichtet heute Klavier an der Internationalen Musikschule „Münchener Musikseminar“ und an der Camerloher Musikschule in Murnau.


Der aus Constanta/Rumänien stammende Pianist beeindruckte mit diesem Klavierabend die Zuhörer und zog sie von Anfang an in seinen Bann. Sein Spiel war gefühlvoll, sensibel, zuweilen zurückhaltend. Octavian Renea fand aber auch starke Kontraste, ohne das Forte je zu überspannen. Er überzeugte mit seiner Interpretation vor allem dann, wenn er keine Notenvorlage benutzte, sondern sich ganz auf sein Spiel konzentrierte. Besonders bei Frédéric Chopin bewies er ein sicheres Stilempfinden.


Manch ein Zuhörer dürfte das Stück von Carl Filtsch „Das Lebewohl von Venedig“ Op. Nr. 3 in c-Moll, das Octavian Renea interpretierte, zum ersten Mal gehört haben. Der Pianist und Komponist Carl Filtsch, 1830 in Siebenbürgen/Rumänien geborenen, und Schüler von Frédéric Chopin und Franz Liszt, hinterließ nur acht Kompositionen, da er bereits mit 15 Jahren an den Folgen einer Tuberkulose in Venedig starb. Während seiner musikalischen Ausbildung in Wien 1837 war der hochbegabte siebenjährige Filtsch auch Musizier- und Spielgefährte des gleichaltrigen und späteren Kaisers Franz Josef. Seit 1995 gibt es in Hermannstadt auch einen nach ihm benannten internationalen Klavierwettbewerb, der in diesem Jahr zum 22. Mal ausgetragen wird. Octavian Renea hat zwei Mal erfolgreich an diesem Wettbewerb teilgenommen (2000 – dritter Preis und 2002 – zweiter Preis). Dorith Wegmann kündigte an, dass der Freundeskreis gerne bereit sei, auch eines der vielen Klaviertalente der Städtischen Musikschule Landshut für den Carl-Filtsch-Klavierwettbewerb einladen zu wollen. „Wir würden das als Freundeskreis unterstützen, wenn das gewünscht wird. Denn für uns ist das gelebte Partnerschaft“, sagte die Vorsitzende.


Mit einer Zugabe, die das begeisterte Publikum gefordert hatte, zeigte Octavian Renea eine besondere Affinität für rumänische Komponisten. Er spielte ein Werk von Paul Constantinescu mit dem Titel „Tanz aus der Dobrudscha“ – einer Region Rumäniens, aus der auch der Pianist selbst stammt. In dem Werk verarbeitet der Komponist mehrere rumänische Volksweisen – ein technisch anspruchsvolles Stück, das Renea mit einer sicheren pianistischen Technik umzusetzen vermochte. Großer Beifall.


Von Christoph Reich, Landshuter Zeitung 25.01.17

Freundeskreis im Rathaus SIB

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