Presse 2015

Europäische Jugendbegegnung „SommerAKTIVersität 2015“ vom 20. bis 31. Juli in Landshut - 19. Juni 2015


Der Bezirk Niederbayern organisiert zusammen mit dem Arbeitskreis der Schul- und Kommunalpartnerschaften Niederbayern (AKSK) zum zweiten Mal die „SommerAKTIVersität“. Die Teilnehmer der europäischen Jugendbegegnung kommen aus Frankreich, Italien, Rumänien, Tschechien und Deutschland und befinden sich vorrangig im Übergang Schule-Beruf. Das Treffen findet vom 20. bis 31. Juli 2015 in Landshut statt und steht unter dem Motto „Theatre for Employment“: Die Jugendlichen betreiben unter Anleitung einen Theaterbetrieb, sie spielen Theater, bauen das Bühnenbild und organisieren die Verwaltungs-, Öffentlichkeits- und Pressearbeit. Die Ergebnisse der Workshops einschließlich des kurzen Theaterstücks werden am Donnerstag, 30. Juli 2015, 17 Uhr, in der Alten Kaserne in Landshut öffentlich präsentiert sowie für nachfolgende europäische Projekte aufbereitet.


Die aus dem EU-Förderprogramm „Erasmus+ JUGEND IN AKTION“ geförderte SommerAKTIVersität ist im Rahmen der Regionalpartnerschaft des Bezirks Niederbayern mit dem nordfranzösischen Département Oise entstanden - als Folgeprojekt der seit 2004 in der Oise stattfindenden université d’été.


Der AKSK setzt sich aus Vertretern der im Rahmen der Regionalpartnerschaft des Bezirks bestehenden Schul- und Kommunalpartnerschaften sowie der Landshuter Partnerschaftsvereine Schio (Italien), Sibiu (Rumänien), Compiègne (Frankreich) und Nowosibirsk (Russland) zusammen. Die Mitglieder arbeiten seit gut einem Jahr an dem Programm für die SommerAKTIVersität. Unterstützt werden Sie unter anderem vom Laienspielberater des Bezirks Niederbayern, Peter Glotz, seinem Assistenten Sebastian Goller, der Medienfachberaterin des Bezirksjugendrings, Karolina Böhm, dem Bereichsleiter „Projekt und Konzept“ des Katholischen Jugendsozialwerks, Claus Sixt, und dem Informationsbüro des Europäischen Parlaments in München.


Die Teilnehmer aus Frankreich, Italien und Rumänien stehen bereits fest; einige wenige Plätze für deutsche und tschechische Teilnehmer sind noch frei. Interessenten können sich an die Partnerschaftsbeauftragte des Bezirks Niederbayern wenden: Tel. +49 (0)871 808-1912, E-Mail: regionalpartnerschaften@bezirk-niederbayern.de. Weitere Infos unter www.bezirk-niederbayern.de.


Pressemitteilung, 19.06.15





Ein Kaleidoskop von Eindrücken - 27. Mai 2015


Anlässlich der Ausstellung „Tripticon“ von Helmut Stix reiste eine Landshuter Delegation nach Sibiu


Wo einst Kaufleute handelten, schwören sich heute Verliebte die ewige Treue-und wehe, es wird gelogen. Zu knirschen und zu krachen beginnt die Brücke, spricht jemand auf ihr eine Lüge aus, besagt die Legende über die "Lügenbrücke" -die erste gusseiserne Brücke Rumäniens, die 1859 erbaut wurde. Im Bild (von links): die zweite Vorsitzende des Landshut-Sibiu/Hermannstadt, Anita Krömmer, Stadtrat Gerhard Steinberger, Helmut Stix, Oberbürgermeister Hans Rampf, die Stadträte Robert Gewies und Ingeborg Pongratz mit Stadtführer, die Stadträte Margit Napf, Tilman von Kuepach, Sigrid Hagl, Robert Mader, die Freundeskreis-Vorsitzende Dorith Wegmann sowie der stellvertretende Leiter des Referates 1 der Stadt, Walter Blaschke und Stadtdirektor Andreas Bohmeyer. Alle überstanden den Seitenwechsel unbeschadet.



Sie ist Oberbürgermeister Hans Rampf und den Stadträten zweifelsohne ans Herz gewachsen: Die Rede ist von Landshuts rumänischer Partnerstadt Sibiu, zu deutsch Hermannstadt. Am Mittwoch, 13. Mai, machte sich der Rathauschef mit einer 13-köpfigen Delegation, bestehend aus Stadträten, Vertretern der Verwaltung und den beiden Vorsitzenden des Freundeskreises Landshut-Sibiu/Hermannstadt, auf den Weg nach Rumänien. Mit dabei war der Künstler und frühere Kulturbeauftragte der Stadt Landshut, Helmut Stix. Seine Wanderausstellung ,,Tripticon", an der sich Künstler aus Landshuts Partnerstädten wie Sibiu beteiligten, bildete das Herzstück des Besuchs der etwa 1200 Kilometer entfernten Partnerstadt. Doch nicht nur die Ausstellungseröffnung, auch das ereignisreiche dreitägige Rahmenprogramm verblüffte die Besuchergruppe.

"Wie war's denn?" - diese Frage hörten Hans Rampf und die Landshuter Delegation nach ihrer Rückkehr in Landshut nicht nur einmal Angesichts der vielen Erlebnisse war die Antwort: ,,Wo fange ich an zu erzählen und wo höre ich auf? Zu vielfältig waren all die Facetten der Partnerstadt mit ihrer kulturellen Vielfalt - ein Kaleidoskop von Eindrücken.


Am Mittwoch am Hermannstädter Flughafen angekommen, wurde die Landshuter Delegation herzlich empfangen. Bei einem zweieinhalb stündigen Stadtrundgang wurden die Sehenswürdigkeiten der etwa 160 000 Einwohner zählenden siebenbürgischen Stadt am Fuße schneebedeckter Berge präsentiert.

Bereits bei Rampfs erstem Besuch 2007, als Hermannstadt zur Europäischen Kulturhauptstadt ernannt wurde, war er sehr angetan, acht Jahre später zeigte sich der Oberbürgermeister beeindruckt von der positiven Entwicklung: ,,Ob Historisches oder Modernes, hier gibt es immer wieder Neues zu entdecken", sagte der Rathauschef.


Eine Führung durch die Historie der Stadt


Angefangen beim Ratsturm, dem Wahrzeichen im Herzen der Stadt in dem sich bereits schon im 13 Jahrhundert die Ratsherren versammelten, ging es weiter zum nächsten Wahrzeichen, der evange- lischen, gotischen Stadtpfarrkirche, die aus der Höhe über das Stadtgeschehen wacht.

Entlang der Türme und alten Wehrmauern, die den mehr als 900 Jahre alten Ort schützend umgaben und die Feinde fernhielten, begab man sich zur ,,Lugenbrücke", der ersten gusseisernen Brücke Rumäniens, die der Legende nach zu knirschen und zu krachen beginnt, sobald man auf ihr eine Lüge aus spricht und die Lügner über das Geländer in die Tiefe schleudert. Die Landshuter Delegation schaffte die Überquerung trotz kurzer Brückenpause unbeschadet und begab sich anschließend zum Empfang der Hermannstädter Oberbürgermeisterin Astrid Fodor, die vor wenigen Monaten das Amt von ihrem Vorgänger Klaus Johannis übernahm, der im Dezember als rumänischer Staatspräsident vereidigt wurde. Zwar hatten sich Fodor und Rampf wenige Tage zu vor anlässlich des Europafestes in Landshut getroffen, das Wiedersehen jedoch fiel nicht minder herzlich aus.

Innig war auch der Empfang am "großen Tag", dem eigentlichen Höhepunkt der Reise - der Ausstellungseröffnung "Tripticon" im Hermannstädter Rathaus. Das von Helmut Stix initiierte Kunstprojekt wurde 2012 erstmals anlässlich des dreifachen Städtepartnerschaftsjubiläums Compiegne, Hermannstadt und Schio im Landshuter Rathaus präsentiert. Hermannstadt ist nach Ried, Schio und Compiegne nun die fünfte Station.

Die Ausstellung zeigt zwölf Triptychen. Das Besondere daran ist dass Maler aus allen Partnerstädten beteiligt waren. Jeweils zwei Künstler arbeiteten an einem Triptychon: einer gab den Mittelteil vor, der andere komponierte quasi als Antwort - die Seitenteile.

Die teilnehmenden Künstler - unter anderem Andrei Szabo aus Hermannstadt kannten einander vor Projektbeginn nicht. ,,Die Künstler mussten sich mit dem Thema Gemeinsamkeit, Verbundenheit, Übereinstimmung auseinandersetzen - all jenen Eigenschaften, die auch die wahre Partner- und Freundschaft zwischen Landshut und Hermannstadt ausmachen", sprach Rampf den am Kunstprojekt Beteiligten seine Anerkennung aus.

Die Kunst, so Hans Rampf weiter, habe sich nie um Barrieren wie Sprache oder regionale Kultur geschert: ,,Sie spricht eine eigene Sprache über Grenzen hinweg; was daraus entsteht, können wir heute bewundern", sagte Rampf.

Die gegenseitige Verbundenheit war dann auch in der voll besetzten Rathausgalerie zu spüren.


"Die Menschen halten die se Freundschaft lebendig"


Astrid Fodor bekräftigte Rampfs Aussage: ,,Die Menschen sind es, die diese langjährige vertrauensvolle Beziehung und wunderbare Freundschaft lebendig halten." Rampf und Fodor hoben in diesem Zusammenhang die erste Vorsitzende des Vereins Landshut-Sibiu/Hermannstadt, Dorith Wegmann, sowie ihre Stellvertreterin Anita Krömmer hervor und würdigten sie für ihr "außerordentliches Engagement rund um die Partnerschaft".

Wie sehr sich der Freundeskreis um die Partnerschaft bemüht und diese pflegt, spiegelte sich in den engen Freundschaften vor Ort in Hermannstadt wieder, wie mit der international bekannten Folklore-Tanzgruppe ,,Junii Sibiului".

Anschließend folgte eine Einladung der nächsten. Ein Theaterbesuch, die Besichtigung der Heltauer Kirchenburg und de Astra-Museums, des zweitgrößten Freilichtmuseums Europas, ein Inbegriff bäuerlicher rumänischer Lebenskultur mit einer Fläche von 96 Hektar rundeten das kulturelle Programm ab.

Die Delegation machte auch einen Ausflug in die Wirtschaftswelt Rumäniens: Sie erhielt die Möglichkeit, das private Weingut Jidvei zu besuchen. Mit 2400 Hektar Anbaufläche und einem Produktionsumfang von 5,6 Millionen Litern zählt es zu den größten in Europa. Der Inhaber der Weindomäne, Willi Nesculescu, führte die Landshuter Gruppe durch sein Produktionswerk.

Die rumänischen Freunde taten ihr Möglichstes, um ihren Gästen jeden Schritt ihres Aufenthaltes so angenehm wie nur möglich zu machen. Und nicht nur Hans Rampf zeigte sich überwältigt von der rumänischen Gastfreundschaft.


Landshuter Zeitung 27.05.15




Freundschaft pur - 19. Mai 2015

Große Verbundenheit zu Landshut Partnerstädten



Anlässlich des Europatags am 9. Mai lud die Stadt mit den Partnerschaftsvereinen zum Europafest in die Altstadt ein. Ob aus Frankreich, Schottland, Österreich, Italien oder Rumänien: Die Freunde aus den Partnerstädte reisten zahlreich an. Den weitesten Weg legten die Elginer aus Schottland zurück. Oberbürgermeister Hans Rampf und tausende Besucher hießen die Partnerstadt-Repräsentanten aus Compiegne, Elgin, Ried im Innkreis, Schio und Sibiu/Hermannstadt, die bei der Eröffnung am Samstagvormittag von Rampf auf der Bühne vorm Rathaus vorgestellt wurden, herzlich willkommen. Der Rathauschef freute sich besonders über die Anreise der Partnerstadt-Vertreter, zu denen Bürgermeisterin Astrid Fodor aus Hermannstadt, Councillor James Allan aus Elgin, Bürgermeister Valter Orsi aus Schio und Stadträtin Sylvianne Romet aus Compiegne zählten. In seiner Begrüßungsrede wies Rampf auf die große Bedeutung eines vereinten Europas hin - fast genau auf den Tag 70 Jahre nach Kriegsende, wie er betonte: ,,Lassen sie uns gemeinsam mit unseren Freunden feiern, dass wir die Gräben der Feindschaft überwunden haben und der Wille zum Frieden und zur Versöhnung gesiegt hat".

Diese gegenseitige Verbundenheit war beim Europafest deutlich zu spüren. Die Besucher ließen sich die landestypischen Spezialitäten schmecken. Das Angebot war groß: Whiskey aus Schottland, Baumkuchen und Gegrilltes aus Rumänien, französische Pasteten, Innviertler Spezialitäten aus Österreich und Pasta, Prosciutto und Co. aus Italien. Bayerische Schmankerl durften natürlich auch nicht fehlen. Jede Partnerstadt lieferte einen unterhaltsamen künstlerischen Beitrag zum Europatag. Musik- beziehungsweise Tanzgruppen aus Europa sorgten mit 15- bis 20-minütigen Darbietungen für musikalischen Schwung an unterschiedlichen Schauplätzen im Zentrum. Beim Abschlussessen am Sonntag, bei dem Rampf die Gäste der Partnerstädte verabschiedete, fiel die Trennung sichtlich schwer.



Landshuter Zeitung 19.05.15




Brückenbauer zwischen Ost und West - 22. April 2015


Dr. Radu Merica  aus Landshut erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande



Radu Merica aus Landshut wurde in Bukarest vom Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, Werner Hans Lauk (rechts), das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Unter den geladenen Gästen der Feier war auch der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis (links).


Dem Wahl Landshuter und gebürtigen Rumänen Radu Marica wurde vor einigen Tagen das Bundesverdienstkreuz am Bande in der deutschen Botschaft in Bukarest verliehen. Diese Auszeichnung erhielt er für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Präsident der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer.


Landshuter Zeitung: Wie war Ihre erste Reaktion auf die Nachricht, dass Ihnen das Bundesverdienstkreuz verliehen wird?


Dr. Radu Merica: Ich war sehr überrascht, weil ich mit dieser Auszeichnung natürlich niemals gerechnet habe. Ich engagiere mich in mehreren Vereinen, unter anderem auch im Freundeskreis Landshut - Sibiu/Hermannstadt, doch der Gedanke kam mir noch nie, dass ich für meine ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet werden könnte. Man liest zwar in den Zeitungen, dass Menschen so etwas bekommen, aber persönlich habe ich keine kennengelernt, denen das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.


Bei der Verleihung war auch der 2014 neu gewählte rumänische Präsident Klaus Johannis, der 2002 als Bürgermeister von Hermannstadt die Städtepartnerschaft mit Landshut mitinitiiert hatte, dabei. Was bedeutet Ihnen das?


Es war für mich eine sehr große Ehre, dass der rumänische Staatspräsident bei meiner Feier anwesend war. Herrn Johannis kenne ich persönlich und weiß, dass er ein sehr großer Unterstützer der deutschen Wirtschaft in Rumänien ist.


Was sind konkret Ihre Tätigkeitsfelder als Präsident der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer in Rumänien?


Als Präsident und offizieller Vertreter der Kammer, nehme ich an sehr vielen Veranstaltungen teil, die die Wirtschaft der beiden Länder betrifft. Außerdem werde ich oft in Interviews nach dem aktuellen Stand der deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen gefragt. Und wenn die rumänische Regierung Maßnahmen trifft, die generell die Wirtschaft tangiert, dann müssen wir als Auslandshandelskammer reagieren.


Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie in Rumänien oft zu kämpfen?


Es gibt nach wie vor sehr viel Bürokratie. Korruption ist ein großes Thema in Rumänien. Damit hat nicht nur die deutsche Wirtschaft zu kämpfen, sondern das betrifft die gesamte Gesellschaft. Dafür ist aber auch die Kammer da, und auch viele andere Vereine und Verbände, die dafür kämpfen, dass die Rahmenbedingungen besser werden.


Inwieweit gelingt es denn der Kammer, Einfluss auf die Politik zu nehmen?


Wir sind mit 530 Mitgliedsunternehmen die größte bilaterale Kammer. Letztens waren wir sehr engagiert bei der Einführung des dualen Bildungssystems in Rumänien, das sich nach dem deutschen Vorbild richtet: in die Schule gehen und parallel dazu einen Beruf erlernen. Wir konnten den Bildungsminister überzeugen, dass es möglich wurde, dieses duale System innerhalb der bestehenden Berufsschulen einzuführen. Und Rumänien ist diesbezüglich auf einem guten Weg. Das ist einer der großen Erfolge unserer Kammer.


Was muss ein Unternehmen beachten, wenn es sich in Rumänien niederlassen möchte?


Die Wahl des Standortes und des Partners ist entscheidend. Die ausländischen Firmen müssen sich auch an die lokalen Bedingungen anpassen und da hilft die Kammer mit Rat und Tat.


In welchen Branchen sind deutsche Firmen in Rumänien am erfolgreichsten?


Die meisten Firmen sind sehr zufrieden, dass sie die Entscheidung getroffen haben, in Rumänien zu investieren. Es gibt Branchen, in denen es sehr gut funktioniert, wie zum Beispiel in der IT-Software-Branche. Auch die Automobilzulieferer sind sehr zufrieden und selbst in der Dienstleistungsbranche kann man erfolgreich sein. Das wundert vielleicht viele hier in Deutschland, weil sich leider immer noch die alten Klischees über Rumänien, meist im Zusammenhang mit Armutsmigration, hartnäckig halten. Aber die meisten, die schon mal in Rumänien waren, merken sofort, dass nicht alles so stimmt, wie es oft in den Medien dargestellt wird. Denn auch in Rumänien gibt es eine Wirtschaftswelt, kompetente Fachleute, eine Industrie und eine Kultur. Auch dort kann man ganz normal leben und arbeiten. Auf der anderen Seite muss man sagen, Deutschland ist für Rumänien Handelspartner Nummer eins mit einem Geschäftsvolumen von circa 22 Milliarden Euro und damit auch für Deutschland einer der größten Handelspartner in Europa.


Das Interview führte Christoph Reich.



Landshuter Zeitung 22.04.15




„Begegnungen in Europa“ - 09. März 2015


Die fünf Städtepartnerschafts-Vereine Landshuts veranstalteten „Partnerschaftsabend“


Compiègne, Schio, Elgin, Ried im Innkreis und Sibiu: Die fünf Städtepartnerschafts-Vereine Landshuts haben sich am Freitag zu einem „Partnerschaftsabend“ getroffen. Der Abend sei eine gute Gelegenheit, „ein wenig über den Tellerrand hinauszuschauen“, meinte Irmi Neßlauer, Vorsitzende des Vereins Landshut-Schio, die die rund 150 anwesenden Mitglieder der Partnerschaftsvereine begrüßte.


Stadtrat Gerd Steinberger würdigte in seinen Grußworten die Arbeit der Vereine. Sie seien Botschafter der Stadt: „ Sie sind es, die in erster Linie den Namen unserer Stadt in andere Städte und Länder tragen.“ Der Sinn von Städtepartnerschaften läge vor allem in der Begegnung der Völker. Was die finanzielle Unterstützung durch die Stadt angehe, so könne diese durchaus noch etwas üppiger ausfallen. „Aber ich freue mich, dass trotz der knappen Mitteln die Unterstützung von manchen Todsparen bisher nicht zur Disposition gestellt worden ist“, erklärte Steinberger.

Mit kurzen, von Bildern untermalten Präsentationen gaben die Vertreter der Vereine einen Einblick in die Besonderheiten der jeweiligen Partnerstädte. Auch die Arbeit und die Geschichte der Vereine kamen dabei zur Sprache: So ist etwa die Städtepartnerschaft mit der schottischen Stadt Elgin die älteste;  sie besteht seit 1956. Das in Rumänien gelegene Sibiu - 2007 zusammen mit Luxemburg Kulturhauptstadt Europas - ist hingegen erst seit 2002 Partnerstadt Landshuts. Aus dem Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium Seligenthal und dem Liceo Scientifico hat sich die auf das Jahr 1981 zurückgehende Partnerschaft mit Schio entwickelt.

So unterschiedlich wie die Entstehung der Vereine ist auch die Historie der Partnerstädte selbst. Ried im Innkreis etwa hängt auf besondere Weise mit Landshut zusammen: Im Spätmittelalter sicherte Heinrich der Reiche der (heute zu Österreich gehörig) Stadt dieselben Freiheiten wie anderen Städten in Bayern zu. Von historischer Bedeutung ganz anderer Art ist der Wald von Compiègne: Hier wurde jeweils 1918 und 1940 der Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich unterzeichnet.

Bei aller Verschiedenheit ist das Ziel der Vereine dasselbe, meinte Neßlauer: Sie alle arbeiten „für eine bessere Verständigung der Bürger untereinander in einem vereinten Europa.“

Für Musik sorgten die Band „Craigh na Dun“ und der Chor der Musikschule unter der Leitung von Grete Csibi, der unter anderem das Lied „Bruder Jakob“ in allen Sprachen der jeweiligen Partnerstädte sang.                                                                                            -emk




Landshuter Zeitung 09.03.15

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